Sandro von Lorsch - Expressionist, Europäer, Exzentriker

Eine Recherche von Holger Stienen


Sandro von Lorsch - Kalender 2018

13 Gemälde Hamburgs und Umgebung, 1950 - 1975
Format: A3 Ü
Preis: 19.90 €
Bezug: LorStie Kunst GbR Hamburg
hmk.stienen@gmx.de, 040-81978300

Verkaufsausstellung von Bildern Sandro von Lorschs

Praxis-Galerie Sempell // Feldschmiede 38, Itzehoe // vom 15. März bis 15. Juni 2018 (Montags bis Freitags)

Stilleben (ca. 1970)

Projekt "Muschelsucher"

Ich möchte dieser Recherche, die in kurzer Zeit so viel Erstaunliches, ja Unglaubliches über das Leben diese Maler zutage gefördert hat, etwas Persönliches voranstellen, das aus meinem Tiefenbewusstsein zurückgekommen ist, nachdem ich vor fast drei Jahren das wundervolle Lorsch Bild vom alten Reinbek, 1952, vererbt bekam, das mein Großvater Leo Gabler im seinerzeit abkaufte, noch feucht. Es hing dann nach dem Tod der Großeltern bei meinen Eltern über der Couch. Meine Großeltern besaßen wohl noch ein zweites Bild des Malers aus dem Sachsenwald. Inzwischen habe ich ein ähnliches Bild von ihm von 1945 an der Bille erworben.


Der Name vom Lorsch war mir schon als Kleinkind ein Begriff, die Bilder konnte ich damals aber nicht zuordnen. Erst als mein Cousin ein Parisbild des Malers erbte, hatte ich eine Vorstellung von seiner Malerei. Der Name aber war bei mir immer verbunden mit Festen, die meine Eltern in den 50igern mit Freunden feierten, auf denen viel Wein floss, getanzt wurde und politisiert.

Und nun zu meiner Erinnerung: Mein Onkel Prof. Dr. Rudolf (Onkel Rudi) Keylwerth war Österreicher, in Brüx/Tschechien geboren, der in Reinbek Professor für Holzphysik war, im grünen Lodenmantel mit ebenso einem Hut. Er war mit von Lorsch befreundet und sie zogen als Junggesellen um die Häuser und kamen auch zu den Partys meiner Eltern. Einmal, ich war wohl in meinem Kinderbett, kamen sie in mein Zimmer und sangen mich in den Schlaf mit dem hübschen Liedchen Heitschi Bumbeitschi, das dann mein mitsingender, musikalischer Vater übernahm und in der Familie verbreitete. Dieses Lied stammt aus Böhmen und mein Onkel als Wiener und von Lorsch kannten es natürlich beide, da der junge Lorsch schon als Kind Ungarn wie Österreich ausgiebig besucht hatte. Wahrscheinlich haben mir meine Eltern diese kleine Geschichte später einmal erzählt, als der Name Sandro von Lorsch fiel.

Als sich die Informationen zu v.Lorsch immer mehr verdichteten, kam mir eine Analogie zum Roman "Muschelsucher" von Rosamunde Pilcher in den Sinn. Darin wird eine wertvolles Bild wiederentdeckt. Im Rahmen meines Projektes ist es dann ein ganzer origineller Maler und viele hunderte seiner Bilder.

Holger Stienen, 2015